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Deper­so­na­li­sa­ti­on und Derea­li­sa­ti­on tre­ten auch im Zusam­men­hang mit Medi­ta­ti­on auf

Eine Frau meditiert.
Copy­right: zacho­si­ne, Pix­a­bay

04.07.26. Men­schen nach einem schwe­ren Unfall, einem Gewalt­ver­bre­chen oder einer ande­ren belas­ten­den Situa­ti­on berich­ten manch­mal, dass sie sich „wie neben sich“ füh­len. Sie erle­ben ihren Kör­per oder ihre Umge­bung als fremd oder unwirk­lich. Fach­leu­te spre­chen in sol­chen Fäl­len von Deper­so­na­li­sa­ti­on bezie­hungs­wei­se Derea­li­sa­ti­on. Bei­des sind For­men der Dis­so­zia­ti­on. Eine jetzt in der Fach­zeit­schrift Sci­en­ti­fic Reports ver­öf­fent­lich­te Stu­die zeigt, dass ähn­li­che Erfah­run­gen auch wäh­rend oder nach einer Medi­ta­ti­on auf­tre­ten kön­nen.

Ähn­li­che Sym­pto­me – unter­schied­li­che Bewer­tung

Für die Unter­su­chung befrag­ten For­schen­de 121 Per­so­nen. Eine Grup­pe berich­te­te von Deper­so­na­li­sa­ti­ons- oder Derea­li­sa­ti­ons­er­fah­run­gen nach Medi­ta­ti­on, die ande­re nach Aus­lö­sern wie Trau­ma, Stress, Angst oder Depres­si­on.

Die eigent­li­chen Sym­pto­me unter­schie­den sich zwi­schen bei­den Grup­pen kaum. Vie­le beschrie­ben das Gefühl, sich selbst oder die Umwelt als fremd oder unwirk­lich wahr­zu­neh­men. Deut­lich ver­schie­den war jedoch die Bewer­tung die­ser Erfah­run­gen: Men­schen nach Medi­ta­ti­on beschrie­ben sie häu­fi­ger als sinn­voll, spi­ri­tu­ell oder ange­nehm. Gleich­zei­tig berich­te­te jedoch auch ein Teil der Teil­neh­men­den von belas­ten­den oder beängs­ti­gen­den Erleb­nis­sen. Nach belas­ten­den Lebens­er­eig­nis­sen wur­den die Sym­pto­me ins­ge­samt deut­lich häu­fi­ger als nega­tiv erlebt.

Nicht nur das Erle­ben zählt

War­um sich ähn­li­che Erfah­run­gen so unter­schied­lich bewer­tet wer­den, lässt sich mit der Stu­die nicht beant­wor­ten. Die For­schen­den ver­mu­ten jedoch, dass nicht nur das Erle­ben selbst eine Rol­le spielt, son­dern auch der Zusam­men­hang, in dem es auf­tritt, und die Bedeu­tung, die Betrof­fe­ne ihm zuschrei­ben. Wer wäh­rend einer Medi­ta­ti­on mit sol­chen Emp­fin­dun­gen rech­net und sie als Teil der Erfah­rung ver­steht, bewer­tet sie mög­li­cher­wei­se anders als Men­schen, die sie nach einem Trau­ma oder einer ande­ren belas­ten­den Situa­ti­on plötz­lich und uner­war­tet erle­ben.

Da deper­so­na­li­sa­ti­ons­ähn­li­che Erfah­run­gen auch im Zusam­men­hang mit Medi­ta­ti­on belas­tend sein kön­nen, schla­gen die Autorin­nen und Autoren vor, die­ses The­ma in Medi­ta­ti­ons­kur­sen und Medi­ta­ti­ons-Apps stär­ker zu the­ma­ti­sie­ren. Ziel sei es, Teil­neh­men­de bes­ser auf sol­che Erfah­run­gen vor­zu­be­rei­ten und sie bei Bedarf ange­mes­sen zu beglei­ten.

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