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Eine Notfallseelsorgerin im Einsatz.

Umfra­ge: Gro­ße Mehr­heit sieht Seel­sor­ge als wich­ti­ge Stüt­ze der Gesell­schaft

Eine Notfallseelsorgerin im Einsatz.
Copy­right: EKD, Peter Bon­gard

11.05.26. Die gro­ße Mehr­heit der Men­schen in Deutsch­land misst Seel­sor­ge eine hohe Bedeu­tung bei. Das zeigt eine reprä­sen­ta­ti­ve Online-Umfra­ge des Mei­nungs­for­schungs­in­sti­tuts Civey unter 5.000 Befrag­ten ab 18 Jah­ren: 81 Pro­zent sehen Seel­sor­ge als ver­läss­li­chen Anker in schwie­ri­gen Lebens­si­tua­tio­nen.

„Damit reicht die Bedeu­tung von Seel­sor­ge deut­lich über den Kreis der Kir­chen­mit­glie­der hin­aus“, sagt die Rats­vor­sit­zen­de der Evan­ge­li­schen Kir­che in Deutsch­land (EKD), Bischö­fin Kirs­ten Fehrs. „Men­schen suchen ver­stärkt Hoff­nung und Sinn, um mit Mut Kri­sen zu bewäl­ti­gen und ihr Leben in die Hand zu neh­men.“ Des­halb sei es für die evan­ge­li­sche Kir­che eine selbst­ver­ständ­li­che Ver­pflich­tung, ent­spre­chen­de Ange­bo­te zu machen und zu för­dern, so Bischö­fin Fehrs.

Seel­sor­ge ist für Frau­en wich­ti­ger

Unter­schie­de in der Bewer­tung zei­gen sich zwi­schen den Bevöl­ke­rungs­grup­pen: Frau­en hal­ten Seel­sor­ge häu­fi­ger für wich­tig (83 Pro­zent) als Män­ner (70 Pro­zent). Mit zuneh­men­dem Alter steigt die Ver­traut­heit mit dem Ange­bot: Wäh­rend 85 Pro­zent der 50- bis 64-Jäh­ri­gen kon­kre­te Vor­stel­lun­gen von Seel­sor­ge haben, sind es bei den 18- bis 29-Jäh­ri­gen 67 Pro­zent.

Die von der EKD in Auf­trag gege­be­ne Umfra­ge zeigt zudem eine brei­te Bekannt­heit kirch­li­cher Ange­bo­te: 84 Pro­zent der Befrag­ten ken­nen min­des­tens eines von sie­ben abge­frag­ten Seel­sor­ge­for­ma­ten. Auch unter Kon­fes­si­ons­lo­sen (79 Pro­zent) und Ange­hö­ri­gen ande­rer Reli­gio­nen (86 Pro­zent) sind die­se Ange­bo­te weit­ge­hend bekannt. Beson­ders prä­sent sind Tele­fon- und Online-Seel­sor­ge (70 Pro­zent), Not­fall­seel­sor­ge (66 Pro­zent) sowie Kran­ken­haus­seel­sor­ge (57 Pro­zent).

Men­schen suchen Seel­sor­ge in belas­ten­den Situa­tio­nen

Für die Befrag­ten ist Seel­sor­ge vor allem in belas­ten­den Lebens­si­tua­tio­nen wich­tig: 83 Pro­zent der­je­ni­gen, die Seel­sor­ge einen hohen Wert bei­mes­sen, sehen sie als beson­ders bedeut­sam bei Trau­er an, 60 Pro­zent bei Krank­heit, 55 Pro­zent bei psy­chi­schen Belas­tun­gen sowie jeweils über die Hälf­te bei Ein­sam­keit und fami­liä­ren Kri­sen. Ent­schei­dend sind dabei Ver­trau­lich­keit (59 Pro­zent), mensch­li­che Nähe (56 Pro­zent) und wert­frei­es Zuhö­ren (52 Pro­zent).

„Seel­sor­ge ist die Mut­ter­spra­che der Kir­che“, so Bischö­fin Fehrs. „Sie sorgt dafür, dass Men­schen mit ihren Sor­gen nicht allein blei­ben – dass ihnen zuge­hört wird und jemand mit aus­hält, was schwer aus­zu­hal­ten ist.“ Gera­de in unsi­che­ren Zei­ten wach­se der Bedarf. „Seel­sor­ge gibt Ori­en­tie­rung und neue Per­spek­ti­ven. Sie nimmt sich zu Her­zen, was Men­schen im Land auf der See­le liegt. Damit stärkt sie nicht nur den Ein­zel­nen, son­dern auch den Zusam­men­halt in unse­rer Gesell­schaft.“

Kir­che inves­tiert jähr­lich 190 Mil­lio­nen Euro in Seel­sor­ge

Die evan­ge­li­sche Kir­che gewähr­leis­tet dafür ein flä­chen­de­cken­des und nied­rig­schwel­li­ges Ange­bot: Mehr als 9.200 Pfar­re­rin­nen und Pfar­rer leis­ten Seel­sor­ge in Gemein­den, über 900 wei­te­re sind in Kran­ken­häu­sern, Hos­pi­zen und Spe­zi­al­diens­ten tätig. Allein über ihre Arbeit inves­tiert die evan­ge­li­sche Kir­che jähr­lich rund 190 Mil­lio­nen Euro in die Seel­sor­ge. Hin­zu kommt das Enga­ge­ment wei­te­rer haupt­amt­li­cher Mit­ar­bei­ten­der sowie zehn­tau­sen­der Ehren­amt­li­cher, etwa in Besuchs­diens­ten, der Not­fall­seel­sor­ge, der Tele­fon­seel­sor­ge oder der Bahn­hofs­mis­si­on.

Quel­le:
Ori­gi­nal-Pres­se­mit­tei­lung der EKD.

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