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Ver­wit­we­te Män­ner gesund­heit­lich stär­ker belas­tet als Frau­en

25.05.26. Der Tod eines Ehe­part­ners gehört zu den belast­ends­ten Erfah­run­gen im Leben eines Men­schen. Eine neue Lang­zeit­stu­die aus Japan deu­tet dar­auf hin, dass Män­ner und Frau­en mit die­sem Ver­lust unter­schied­lich umge­hen – und dass ins­be­son­de­re ver­wit­we­te Män­ner gesund­heit­lich stär­ker gefähr­det sein könn­ten.

Grund­la­ge der Stu­die waren Daten von fast 26.000 älte­ren Men­schen aus der japa­ni­schen “Geron­to­lo­gi­cal Eva­lua­ti­on Stu­dy”. Mehr als 1.000 Teil­neh­men­de ver­lo­ren wäh­rend des Unter­su­chungs­zeit­raums ihren Ehe­part­ner.

Män­ner nach Ver­witwung häu­fi­ger gesund­heit­lich belas­tet

Die For­schen­den unter­such­ten ins­ge­samt 37 ver­schie­de­ne Berei­che von Gesund­heit und Wohl­be­fin­den. Dabei zeig­te sich, dass ver­wit­we­te Män­ner nach dem Ver­lust ihrer Part­ne­rin häu­fi­ger unter kör­per­li­chen und psy­chi­schen Belas­tun­gen lit­ten als Frau­en.

Im Ver­gleich zu nicht ver­wit­we­ten Män­nern zeig­ten sich unter ande­rem:

  • häu­fi­ger depres­si­ve Sym­pto­me,
  • gerin­ge­re sozia­le Unter­stüt­zung,
  • nied­ri­ge­re Lebens­zu­frie­den­heit,
  • Ein­schrän­kun­gen im All­tag,
  • ein erhöh­tes Risi­ko für Demenz und Sterb­lich­keit,
  • stär­ke­rer Alko­hol­kon­sum.

Beson­ders kri­tisch scheint dabei das ers­te Jahr nach dem Ver­lust zu sein. Die For­schen­den emp­feh­len des­halb, ver­wit­we­te Män­ner in die­ser Pha­se gezielt zu unter­stüt­zen und auf Ein­sam­keit sowie pro­ble­ma­ti­sche Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien zu ach­ten.

Frau­en zeig­ten sich ins­ge­samt sta­bi­ler

Ver­wit­we­te Frau­en berich­te­ten dage­gen über­wie­gend nur kurz­fris­tig von einer gerin­ge­ren Zufrie­den­heit unmit­tel­bar nach dem Ver­lust ihres Part­ners. Lang­fris­tig zeig­ten sich bei vie­len Frau­en sogar sta­bi­le oder teil­wei­se ver­bes­ser­te Wer­te in Bezug auf Wohl­be­fin­den und Lebens­zu­frie­den­heit.

Auch Frau­en wur­den nach dem Ver­lust sozi­al akti­ver. Gleich­zei­tig zeig­te sich jedoch ein Unter­schied: Wäh­rend Män­ner trotz zuneh­men­der sozia­ler Kon­tak­te weni­ger emo­tio­na­le Unter­stüt­zung wahr­nah­men, blieb die­se bei Frau­en offen­bar sta­bi­ler erhal­ten.

Die Stu­die macht damit deut­lich, dass sozia­le Kon­tak­te allein nicht auto­ma­tisch bedeu­ten, sich emo­tio­nal getra­gen zu füh­len.

Mög­li­che Erklä­rung: Unter­schied­li­che Rol­len­bil­der

Die For­schen­den sehen die Ursa­chen nicht allein in indi­vi­du­el­len Unter­schie­den, son­dern auch in gesell­schaft­li­chen Rol­len­bil­dern.

Män­ner sei­en häu­fig stär­ker auf Arbeit und die Part­ner­schaft fokus­siert und ver­füg­ten teil­wei­se über klei­ne­re emo­tio­na­le Netz­wer­ke außer­halb der Ehe. Vie­le Män­ner hät­ten sich im All­tag zudem stark auf ihre Part­ne­rin ver­las­sen – sowohl prak­tisch als auch emo­tio­nal.

Frau­en dage­gen ver­füg­ten oft über sta­bi­le­re sozia­le Bezie­hun­gen außer­halb der Part­ner­schaft. Gleich­zei­tig über­nah­men sie in vie­len Fäl­len die Pfle­ge ihres Ehe­man­nes. Der Ver­lust kön­ne des­halb neben Trau­er teil­wei­se auch eine Ent­las­tung von lang­jäh­ri­ger Belas­tung bedeu­ten.

Ergeb­nis­se nur ein­ge­schränkt über­trag­bar

Die Stu­die wur­de aus­schließ­lich in Japan durch­ge­führt. Des­halb ist offen, inwie­weit sich die Ergeb­nis­se unmit­tel­bar auf ande­re Län­der und Kul­tu­ren über­tra­gen las­sen. Gera­de Rol­len­bil­der, sozia­le Erwar­tun­gen und fami­liä­re Struk­tu­ren unter­schei­den sich zwi­schen Gesell­schaf­ten teil­wei­se deut­lich.

Gleich­zei­tig decken sich ein­zel­ne Befun­de mit west­li­chen Stu­di­en, nach denen ver­wit­we­te Män­ner häu­fi­ger sozia­le Iso­la­ti­on, gesund­heit­li­che Belas­tun­gen und pro­ble­ma­ti­sche Bewäl­ti­gungs­stra­te­gien ent­wi­ckeln.

Quel­le:
Kawa­guchi, K., Naka­go­mi, A., Ide, K., Shirai, K., Koga, C., Chen, Y.-R., Kon­do, K., & Shi­ba, K. (2026). Health and well-being after spou­sal loss among older men and women. Jour­nal of Affec­ti­ve Dis­or­ders, 403, 121391. https://doi.org/10.1016/j.jad.2026.121391

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