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Krisenintervention in Notfällen

Hinweise für die psychische Erste Hilfe

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Belas­tung

Unter Belas­tung ver­steht man in der Psy­cho­lo­gie äuße­re oder inne­re Anfor­de­run­gen, die auf einen Men­schen ein­wir­ken und eine psy­chi­sche oder kör­per­li­che Reak­ti­on aus­lö­sen kön­nen. Belas­tun­gen ent­ste­hen bei­spiels­wei­se durch Kon­flik­te, Zeit­druck, Krank­heit, Sor­gen, Unsi­cher­heit, hohe Ver­ant­wor­tung oder den Tod eines nahe­ste­hen­den Men­schen. Auch meh­re­re klei­ne­re Belas­tun­gen kön­nen sich mit der Zeit sum­mie­ren.

Wie stark eine Belas­tung erlebt wird und wel­che Aus­wir­kun­gen sie hat, hängt jedoch nicht nur von der Situa­ti­on selbst ab. Ent­schei­dend ist auch, wel­che Gegen­ge­wich­te einem Men­schen zur Ver­fü­gung ste­hen. Dazu zäh­len unter ande­rem die Fähig­keit, mit belas­ten­den Situa­tio­nen umzu­ge­hen, Lebens­er­fah­rung, sozia­le Unter­stüt­zung, Schlaf, kör­per­li­che Gesund­heit und das Gefühl, Ein­fluss auf die Situa­ti­on neh­men zu kön­nen. Des­halb reagie­ren Men­schen auf die­sel­be Situa­ti­on unter­schied­lich.

Ver­ein­facht lässt sich dies mit einer Bal­ken­waa­ge ver­glei­chen: Auf der einen Sei­te lie­gen die Belas­tun­gen als Gewich­te – man­che wie­gen nur wenig, wie die all­täg­li­che Auto­fahrt auf einer über­füll­ten Auto­bahn. Ande­re Ereig­nis­se dage­gen wie­gen schwer – wie der Ver­lust eines Men­schen. Auf der ande­ren Waag­scha­le lie­gen die per­sön­li­chen Bewäl­ti­gungs­mög­lich­kei­ten als Gegen­ge­wich­te. Kommt zu viel Gewicht auf die Las­ten­sei­te – oder feh­len die Gegen­ge­wich­te –, kippt die Waa­ge. Je bes­ser die Bewäl­ti­gungs­mög­lich­kei­ten eines Men­schen sind, des­to mehr Gegen­ge­wicht kann er auf­brin­gen, um die Waa­ge in der Balan­ce zu hal­ten.

Das macht deut­lich: Belas­tun­gen sind nicht grund­sätz­lich schäd­lich. Kurz­fris­ti­ge oder bewäl­tig­ba­re Belas­tun­gen kön­nen auch akti­vie­rend wir­ken und Men­schen hel­fen, sich wei­ter­zu­ent­wi­ckeln oder schwie­ri­ge Situa­tio­nen zu bewäl­ti­gen. In der Psy­cho­lo­gie spricht man vom Eustress. Dau­er­haf­te, sehr inten­si­ve oder als unkon­trol­lier­bar erleb­te Belas­tun­gen erhö­hen dage­gen das Risi­ko für Erschöp­fung sowie psy­chi­sche und kör­per­li­che Erkran­kun­gen – in die­sem Fall spricht man von Distress.

Quel­len:
Deut­sches Insti­tut für Nor­mung. (2017). Ergo­no­mi­sche Grund­la­gen bezüg­lich psy­chi­scher Arbeits­be­las­tung – Teil 1: All­ge­mei­nes und Begrif­fe (DIN EN ISO 10075–1:2017–11). Beuth.

Laza­rus, R. S., & Folk­man, S. (1984). Stress, app­rai­sal, and coping. Sprin­ger Publi­shing Com­pa­ny.

Selye, H. (1974). Stress wit­hout distress. Lip­pin­cott.

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