Die ICD-11 ist die elfte Ausgabe der International Classification of Diseases (Internationale Klassifikation der Krankheiten) der World Health Organization. Sie dient weltweit dazu, Krankheiten, psychische Störungen, Symptome und Gesundheitsprobleme einheitlich zu benennen und zu codieren. Die ICD wird unter anderem in Krankenhäusern, Arztpraxen, der Forschung, im Gesundheitswesen sowie für statistische Erhebungen verwendet.
Die ICD-11 löste die frühere ICD-10 ab und wurde 2019 von den Mitgliedsstaaten der WHO verabschiedet. Seit 2022 wird sie international schrittweise eingeführt. Gegenüber der ICD-10 wurde die Klassifikation umfassend modernisiert und digital aufgebaut. Sie umfasst heute zehntausende diagnostische Einträge und erlaubt deutlich differenziertere Beschreibungen psychischer und körperlicher Erkrankungen.
Im Bereich psychischer Störungen brachte die ICD-11 mehrere wichtige Veränderungen mit sich. Besonders bekannt ist die Einführung der Diagnose Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (KPTBS bzw. CPTSD) als eigenständige Störung. Während die klassische PTBS vor allem durch Wiedererleben, Vermeidung und anhaltende Bedrohungsgefühle gekennzeichnet ist, beschreibt die KPTBS zusätzlich tiefgreifende Veränderungen der Emotionsregulation, des Selbstbildes und der Beziehungsgestaltung.
Die ICD-11 verfolgt dabei das Ziel, Diagnosen klinisch einfacher und international besser anwendbar zu machen. Viele Diagnosen wurden deshalb stärker auf zentrale Kernsymptome konzentriert.
Quellen:
ICD-11. (o. J.). Abgerufen 22. Mai 2026, von https://icd.who.int/en/
Karatzias, T., Cloitre, M., Maercker, A., Kazlauskas, E., Shevlin, M., Hyland, P., Bisson, J. I., Roberts, N. P., & Brewin, C. R. (2017). Ptsd and complex ptsd: Icd-11 updates on concept and measurement in the uk, usa, germany and lithuania. European Journal of Psychotraumatology, 8(sup7), 1418103. https://doi.org/10.1080/20008198.2017.1418103
Maercker, A. (2021). Development of the new CPTSD diagnosis for ICD-11. Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation, 8(1), 7. https://doi.org/10.1186/s40479-021–00148‑8