Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) kann entstehen, wenn Menschen ein außergewöhnlich belastendes oder lebensbedrohliches Ereignis erleben oder beobachten. Dazu gehören beispielsweise schwere Unfälle, Gewalt, Krieg, Naturkatastrophen, Suizide, plötzliche Todesfälle oder andere traumatische Erfahrungen.
Viele Menschen reagieren nach solchen Ereignissen zunächst mit Angst, innerer Unruhe, Schlafproblemen oder wiederkehrenden Gedanken an das Erlebte. Solche Reaktionen sind zunächst normal und bedeuten nicht automatisch, dass eine psychische Erkrankung vorliegt.
Von einer PTBS spricht man erst dann, wenn die Beschwerden über längere Zeit anhalten, das Leben der Betroffenen deutlich beeinträchtigen und typische Symptome auftreten. Dazu gehören insbesondere:
- das ungewollte Wiedererleben des Ereignisses (z. B. Flashbacks oder Albträume),
- das Vermeiden von Erinnerungen oder Situationen, die an das Trauma erinnern,
- anhaltende innere Anspannung und erhöhte Wachsamkeit,
- sowie Veränderungen von Stimmung, Denken und Gefühlen.
Viele Betroffene berichten, dass sie sich fühlen, als sei die Gefahr noch immer präsent. Bestimmte Geräusche, Gerüche, Orte oder Situationen können intensive Erinnerungen auslösen. Manche erleben dabei das Gefühl, erneut mitten im traumatischen Ereignis zu sein.
PTBS ist keine „Schwäche“ und keine normale Traurigkeit, sondern eine ernstzunehmende psychische Belastungsreaktion auf außergewöhnliche Erfahrungen. Gleichzeitig entwickelt nicht jeder Mensch nach einem Trauma eine PTBS. Wie Menschen auf belastende Ereignisse reagieren, hängt unter anderem von früheren Erfahrungen, vorhandener Unterstützung, persönlichen Ressourcen und der Art des Erlebten ab.
Quellen:
Bryant R. A. (2019). Post-traumatic stress disorder: a state-of-the-art review of evidence and challenges. World psychiatry : official journal of the World Psychiatric Association (WPA), 18(3), 259–269. https://doi.org/10.1002/wps.20656
Siddaway, A. P. (2024). Assessment and diagnosis of post-traumatic stress disorders (PTSDs) for medico-legal and other clinical purposes: DSM-5-TR PTSD, ICD-11 PTSD and ICD-11 complex PTSD. BJPsych Advances, 30(6), 383–397. https://doi:10.1192/bja.2024.27