Der Begriff Trauma stammt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich „Wunde“ oder „Verletzung“. In der Psychologie und Psychotraumatologie beschreibt er eine seelische Verletzung, die durch ein außergewöhnlich belastendes oder bedrohliches Ereignis ausgelöst werden kann. Dazu zählen beispielsweise schwere Unfälle, Gewalterfahrungen, Krieg, Naturkatastrophen, sexualisierte Gewalt, plötzliche Todesfälle oder das Erleben existenzieller Hilflosigkeit.
Wichtig ist dabei: Nicht jedes belastende Erlebnis führt automatisch zu einem Trauma. Entscheidend ist, ob ein Ereignis die vorhandenen Bewältigungsmöglichkeiten eines Menschen überfordert. Trauma beschreibt daher nicht nur das Ereignis selbst, sondern vor allem die Reaktion darauf – psychisch und körperlich.
Die internationale Krankheitsklassifikation ICD-11 definiert traumatische Ereignisse als Situationen „extrem bedrohlicher oder entsetzlicher Natur“. Auch das DSM‑5 beschreibt Trauma als Konfrontation mit tatsächlichem oder drohendem Tod, schwerer Verletzung oder sexueller Gewalt.
Traumatische Erfahrungen können tiefgreifende Auswirkungen auf Wahrnehmung, Denken, Gefühle und Körperreaktionen haben. Viele Betroffene erleben unmittelbar nach dem Ereignis unter anderem:
- starke Angst oder Erstarrung
- Gefühle von Unwirklichkeit
- Konzentrations- und Gedächtnisprobleme
- Schlafstörungen
- intensive körperliche Stressreaktionen
- das Wiedererleben einzelner Bilder oder Situationen
Diese Reaktionen sind zunächst normal. Sie sind Ausdruck davon, dass der Körper und die Psyche versuchen, das Erlebte zu verarbeiten. Bei einem Teil der Betroffenen halten die Beschwerden jedoch an oder verstärken sich. Dann kann sich eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) entwickeln.
Traumatische Erfahrungen betreffen nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper. Das Stress- und Alarmsystem kann dauerhaft aktiviert bleiben. Betroffene sind dann oft besonders wachsam und reagieren empfindlich auf Reize, die sie an das Ereignis erinnern.
In der Psychotraumatologie wird außerdem zwischen verschiedenen Formen unterschieden: Ein einmaliges Ereignis (z. B. ein Unfall) wird häufig anders verarbeitet als wiederholte oder langanhaltende Belastungen, etwa Gewalt in Beziehungen oder Missbrauch in der Kindheit. Für solche komplexen Verläufe gibt es in der ICD‑11 die Diagnose der komplexen PTBS.
Quellen:
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