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Krisenintervention in Notfällen

Hinweise für die psychische Erste Hilfe

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Per­sön­li­che Kon­takt­da­ten

Ein wei­te­rer Aspekt betrifft den Umgang mit Kon­takt­da­ten.

Wenn Frau Gloß in den Tagen nach dem Tod ihres Ehe­manns mit Bekann­ten spricht, wird sie ihnen mög­li­cher­wei­se sagen: „An dem Abend waren zwei jun­ge Leu­te da. Die haben mir gehol­fen. Ich weiß gar nicht, was ich ohne sie gemacht hät­te. Das war so gut, dass sie da waren. Aber woher sie kamen, wer das war, das weiß ich heu­te nicht mehr.“

Sol­che Aus­sa­gen wer­fen die Fra­ge auf, ob es sinn­voll ist, dass Hel­fen­de ihre per­sön­li­chen Kon­takt­da­ten bei den Hin­ter­blie­be­nen las­sen – etwa in Form einer Visi­ten­kar­te oder eines Fly­ers. Schließ­lich waren die Hel­fen­den für Frau Gloß Frem­de.

Die­se Fra­ge wird in der Pra­xis unter­schied­lich beant­wor­tet und gehand­habt.

Vor- und Nach­tei­le per­sön­li­cher Kon­takt­da­ten

Kon­takt­da­ten zu hin­ter­las­sen, hat den Vor­teil, dass Hin­ter­blie­be­ne auch im Nach­hin­ein nach­voll­zie­hen kön­nen, wer sie beglei­tet hat. Gera­de in den ers­ten Tagen nach einem Todes­fall ver­schwim­men Erin­ne­run­gen häu­fig, Gesprächs­in­hal­te wer­den nur bruch­stück­haft erin­nert. Eine Visi­ten­kar­te oder ein Fly­er kann in die­sem Zusam­men­hang als Anker die­nen. Das Erleb­te wird greif­ba­rer: Die Unter­stüt­zung war real, sie hat statt­ge­fun­den.

Gleich­zei­tig kön­nen mit hin­ter­las­se­nen Kon­takt­da­ten Erwar­tun­gen ent­ste­hen, die nicht immer erfüllt wer­den kön­nen. Vie­le Kri­sen­in­ter­ven­ti­ons­teams ver­ste­hen ihre Arbeit als ein­ma­li­ge Akut­in­ter­ven­ti­on. Wenn Hin­ter­blie­be­ne spä­ter ver­su­chen, Kon­takt auf­zu­neh­men, kann dies Hel­fen­de in schwie­ri­ge Situa­tio­nen brin­gen – ins­be­son­de­re dann, wenn sie ihre Tätig­keit ehren­amt­lich aus­üben und im All­tag nicht erreich­bar sind.

Ein Anruf eines Hin­ter­blie­be­nen kann auch bei der Arbeit stö­ren und die Hel­fen­den in eine Zwick­müh­le brin­gen: Da ist jemand, der Hil­fe benö­tigt. Man möch­te das Tele­fo­nat nicht unhöf­lich been­den, aber die Arbeit kann auch nicht war­ten. Wie auch immer die Hel­fen­den sich ent­schei­den: Die Gefahr ist groß, dass bei ihnen ein schlech­tes Gefühl zurück­bleibt, das eine oder das ande­re zu ver­nach­läs­si­gen.

Der eige­ne Weg ist der rich­ti­ge

Eini­ge Teams wäh­len daher einen Mit­tel­weg und hin­ter­las­sen kei­ne per­sön­li­chen Kon­takt­da­ten, son­dern bei­spiels­wei­se die Num­mer eines Bereit­schafts­te­le­fons. So bleibt eine Kon­takt­mög­lich­keit bestehen, ohne dass ein­zel­ne Hel­fen­de per­sön­lich zur Ver­ant­wor­tung gezo­gen wer­den.

Unab­hän­gig davon, wie sich ein Team ent­schei­det, ist es wich­tig, die­se Ent­schei­dung bewusst zu tref­fen und auch hier eige­ne Gren­zen zu set­zen. Bei die­ser Fra­ge gibt es kein Rich­tig oder Falsch. Kon­takt­da­ten sind kein not­wen­di­ger Bestand­teil eines gelun­ge­nen Ein­sat­zes.

Sei­te 13/14

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