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Krisenintervention in Notfällen

Hinweise für die psychische Erste Hilfe

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Bedürf­nis nach Nähe und Rück­zug nach einem Todes­fall

Ein Todes­fall ver­än­dert nicht nur das inne­re Erle­ben, son­dern auch das sozia­le Ver­hal­ten. Man­che Hin­ter­blie­be­ne suchen in den ers­ten Stun­den aktiv die Nähe ande­rer Men­schen. Sie möch­ten nicht allein sein, suchen kör­per­li­che Nähe oder möch­ten immer wie­der erzäh­len, was gesche­hen ist. Ande­re zie­hen sich zurück, ant­wor­ten knapp oder bit­ten dar­um, in Ruhe gelas­sen zu wer­den.

Bei­de Reak­ti­ons­wei­sen sind nach­voll­zieh­bar. In belas­ten­den Situa­tio­nen kann das Bedürf­nis nach Bin­dung und Sicher­heit ver­stärkt sein. Gleich­zei­tig kann die Anwe­sen­heit ande­rer Men­schen als zusätz­li­che Über­for­de­rung erlebt wer­den. Gesprä­che erfor­dern Auf­merk­sam­keit, Ent­schei­dun­gen und Ant­wor­ten. Für man­che ist Rück­zug daher eine Form von Selbst­schutz.

In der Pra­xis kön­nen die­se Unter­schie­de irri­tie­ren. Wäh­rend eine Per­son dank­bar jede Unter­stüt­zung annimmt, reagiert eine ande­re gereizt oder ableh­nend auf gut gemein­te Ange­bo­te. Manch­mal wech­seln Nähe- und Distanz­be­dürf­nis auch inner­halb kur­zer Zeit. Eine Hin­ter­blie­be­ne kann zunächst Trost suchen und weni­ge Minu­ten spä­ter dar­um bit­ten, allein gelas­sen zu wer­den.

Suche nach inne­rem Gleich­ge­wicht

Sol­che sozia­len Reak­tio­nen sind Aus­druck eines inne­ren Regu­la­ti­ons­pro­zes­ses. Men­schen ver­su­chen – bewusst oder unbe­wusst –, ein Gleich­ge­wicht zwi­schen Über­for­de­rung und Sicher­heit her­zu­stel­len. Hin­ter schein­ba­rer Ableh­nung steht häu­fig nicht Undank­bar­keit, son­dern das Bedürf­nis nach Reiz­re­duk­ti­on.

Für Hel­fen­de ist es daher hilf­reich, sozia­le Signa­le sen­si­bel wahr­zu­neh­men und nicht vor­schnell zu inter­pre­tie­ren. Nähe­be­dürf­nis und Rück­zug kön­nen glei­cher­ma­ßen Teil einer nor­ma­len aku­ten Reak­ti­on sein.

Beson­ders deut­lich wird das Bedürf­nis nach Rück­zug, wenn Hel­fen­de bereits an der Tür abge­wie­sen wer­den. Das Team klin­gelt, der Hin­ter­blie­be­ne öff­net, die Hel­fen­den stel­len sich freund­lich vor. Dar­auf reagiert der Hin­ter­blie­be­ne mit den Wor­ten: „Vie­len Dank, aber ich benö­ti­ge kei­ne Hil­fe“ – und schließt die Tür.

Für Hel­fen­de ist es wich­tig, die­ses Ver­hal­ten nicht per­sön­lich zu neh­men, son­dern zu akzep­tie­ren. Mehr dazu bei den Hand­lungs­op­tio­nen.

Sei­te 5/14

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