Kinder und Jugendliche stellen Einsatzkräfte beim Überbringen einer Todesnachricht vor besondere Entscheidungen. Die Einsatzkräfte müssen in kurzer Zeit entscheiden, wie mit ihrer Anwesenheit umgegangen werden soll. Die Eltern wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, worum es geht. Sollten die Kinder bei der Überbringung dabei bleiben oder nicht? Eine allgemeingültige Lösung gibt es dafür nicht.
Kinder nehmen häufig schon vor der eigentlichen Mitteilung wahr, dass etwas Außergewöhnliches geschieht. Polizeiuniformen vor der Tür oder die angespannte Stimmung können bei ihnen Unsicherheit auslösen. Werden sie abrupt aus dem Raum geschickt, ohne die Situation einordnen zu können, kann das zusätzliche Ängste hervorrufen. Gleichzeitig kann die unmittelbare Konfrontation mit der emotionalen Reaktion eines Elternteils ebenfalls sehr belastend sein – etwa wenn dieser schreit, zusammenbricht oder in starke Verzweiflung gerät.
Deshalb empfiehlt es sich, situationsabhängig zu entscheiden. Dabei spielen unter anderem folgende Faktoren eine Rolle:
- das Alter der Kinder,
- die räumliche Situation,
- die Zahl der eingesetzten Kräfte,
- die zu erwartende emotionale Dynamik.
Sind mehrere Helfende vor Ort, kann es sinnvoll sein, dass eine Person bei den Kindern bleibt, sie begleitet oder sich zunächst um sie kümmert, während die Todesnachricht überbracht wird.
Grundsätzlich sollten Kinder jedoch nicht über längere Zeit im Unklaren gelassen werden. Für sie kann es sehr belastend sein, starke Emotionen wahrzunehmen, ohne zu verstehen, was geschehen ist.
Wie Kinder und Jugendliche nach dem Überbringen der Todesnachricht begleitet werden können, wird im Kapitel „Umgang mit Kindern und Jugendlichen“ ausführlich dargestellt.